Diskussion:United Airlines First Class
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Bewertung United Airlines First Class
United Airlines bieten im inneramerikanischen Flugsverkehr zwischen JFK und SFO bzw. Los Angeles (LAX) einen aufgewerteten Service, den sie „Premium Transcontinental Service“ nennen. Dieser Service verspricht Komfort und „Exceptional meals“. Ich bin gespannt, ob sie dieses Versprechen halten.
Auf diesen East-Cost-West-Cost-Metropole-Strecken benutzen sie Flugzeuge vom Typ B767. Im Gegenteil zum anderen inneramerikanischen Flug, in dem die Bestuhlung nur in United First und United Economy (und ab und zu auch United Economy Plus) eingeteilt wird, wird die Bestuhlung hier in drei Serviceklassen aufgeteilt: United First, United Business, und United Economy. (Denselben Typ von Maschine benutzen sie auch für mansche interkontinentale Flüge. Allerdings gibt es da noch zusätzlich die United Economy Plus.) In der United First bin ich hin und zurück zwischen JFK und SFO geflogen.
Für diese Transkont-Strecke gab es vier Verpflegungsprogramme. Wer den Vormittagsflug nimmt, wird mit einem Frühstück und vor der Landung noch mit einem Snack bedient. Für den Mittags- bzw. Nachmittagsflug wird es nur ein Mittag- oder Abendessen geben. Für den Nachtflug gibt es nur ein Snack. Ich selber bin bisher nur mit Vormittagsflügen geflogen.
Was mich schon bei der Buchung störte, war, dass die United Airlines keinen Gerichtswunsch akzeptierten. Normalerweise bestelle ich bestimmte Sorte vom Gericht vor, damit es nicht passiert, dass (vor allem in der Economy Class) mein bevorzugtes Gericht ausgeht. Bei LH, TG oder noch so kleiner Airline wie Air Dolomitti ist dieser Service kostenlos in Begriffen. Aber bei UA ist dies nicht möglich. Es sei denn, man hätte einen gesundheitlichen Einwand.
Check-in und Lounge
Am John F. Kennedy Airport befanden sich die United Airlines im eigenen Terminal, der Terminal 7. Der Check-in Bereich für First Class Passagiere sah nicht so exklusive wie bei der LH in FRA aus, hatte aber etwas eigenes. Gleich am Eingang zu diesem Bereich wurde ich schon gefragt, was ich hier zu suchen hatte. Es war eine Mitarbeiterin, etwas streng sah sie aus. Sie war nicht so freundlich, aber unfreundlich war sie auch nicht. „May I help you, Sir?“ Nachdem sie meine Absicht feststellte, begleitete sie mich zu einem Tisch, und bat mich, den Platz zu nehmen. Ein kräftiger Mitarbeiter wurde auch zum Tisch gerufen (vielleicht kam er auch von alleine). Und da stand er an der Seite von der Frau, die auch den Platz mir gegenüber genommen hat. Also, bis dahin käme es mir vor, als ob ich eigentlich zum Verhör gekommen wäre. Der Mann entpuppte sich nachher dann als Gepäckmann. Eigentlich war das ganz keine schlechte Sache und zeigte, wie unkompliziert Amerikaner sein kann. Von dem Moment an, als sie mich am Eingang ansprach, zu Tisch brach, und mir die Bordkarte reichte, war alles wirklich easy-going. Die Koffer wurden anschließend von dem Mann weggetragen, zum riesigen Röntgengerät. Sie hatte mich auch noch darauf hingewiesen, dass die United First International Lounge jetzt noch nicht auf hatte, aber in ein paar Minuten. Ich stand tatsächlich vorm verschlossenen Eingang der United First International Lounge, die angeblich um 6 geöffnet sein sollte. Ich musste daher einen Spaziergang im Terminal machen. Die Lounge war wirklich besuchenswert. Nichts fehlte dort. Zum Essen gab Frühstück (Gebäck, Marmelade), japanische Nudelncup, und Snacks ohne Ende. Zum Trinken reichte es vom Moët & Chandon bis einfaches Leitungswasser. Aber leider nutzte mir dieser französischer Sekt um 6:30 Uhr morgens nichts. Alles war kostenlos. Angeblich soll dort auch eine Duschmöglichkeit geben. Zum Lesen war auch reichlich. Und jede Menge Telefon zum Telefonieren mit Kreditkarte fand man an jedem Tisch.
Der Check-in Vorgang in SFO war dagegen weniger spektakulär. Hier vertreten United Airlines an zwei Terminals, im International und Domestic Terminal. An der Schlange zum First Class Schalter im Domestic Terminal musste ich etwas länger anstellen. Irgendwie war hier viel mehr los, als in JFK. Die Sicherheitskontrolle der Koffer passierte auch gleich in der Schlange, bevor man zum Schalter gelang. Der United Red Carpet Club hier war im Vergleich zum United First Class International Lounge eine brutale Enttäuschung. Kostenlos durfte man ein paar Sorten Säfte trinken, Leitungswasser voller Eisstücke inklusive. Als warme Getränke boten sich Kaffee, Tee, und Cappuccino. Zum Essen gab Minitütchen Knabberzeug, einzeln verpackte Gebäck (Muffin, wie immer), Äpfeln. Das war. Alkohol gab es auch, aber nur gegen Bezahlung. Die LH FTL Lounge ist dagegen ein Luxus. Die United Airlines Gate Personal hielt aber noch streng an der Einstiegprozedur, wie die Star Alliance vorschreibt, nämlich nach Bedürftigkeit, und die Priority Gäste (First Class, Business Class, und Gold Karte Kunde).
In-Flight Service
Die B767 war uralt. Man sah und erkannt, dass die Maschine wirklich uralt war. Hier und da, überall war klapperig. Auch die Farben und Musterdekoration trugen nicht dazu bei, dass die Maschine damit etwas frischer aussehen würde. Der First Class Sitz war auch ein uralter Sitz, der zum Liegesitz ausfahren ließ. Der war jedoch sehr gut gepolstert. Obwohl er unmodern aussah, war er breit und angenehm mit bequemer Bein- und Fußstütze, die elektronisch gesteuert war. Am jeden Sitz ist ein Kreditkarte-Telefon installiert. Der Sitzabstand betrug ca. 1,50 m. Es waren 10 First Class Plätze in zwei Reihen, jeweils in der Anordnung 2-1-2. Also, wer auf Fenster verzichten kann, ist der Sitz in der Mitte für ihn der idealste.
An Bord wurde man beim Betreten des Flugzeugs mehr oder minder begrüßt. Irgendwie hing der Service im Flug sehr stark davon ab, wer und wie darauf an dem Tag Purser des Fluges war. Ich hatte die Gelegenheit, gegensätzlichstes Bordpersonal zu erleben. Ich fing mit dem schlechteren an.
Am Hinflug (JFK-SFO) stieg ich ein, und sah schon am Eingang fleißig miteinander sprechendes Personal. Einen davon stellte ich später als der Flight Purser fest. Und noch etwas später werde ich festgestellt haben, dass dieser Flug um eine totale Null-Service-Runde handelte. Der Flug begann schon mit einem reichlichen Gespräch, allerdings nicht zwischen mir und irgendeinem oder einer FlugbegleiterIn, sondern zwischen einem Purser und einer Küchenaushilfe-Stewardess.
Als alle Passagiere in der First Class langsam ihren Platz nahmen, fingen das First Class Personal (der Purser selbst und noch eine Stewardess) an, zu fragen, was man zu trinken haben wollte. Das Pre-departure Getränk war also dabei. Ich bestellte „Spicy Tomato Juice“. Um 7:00 früh morgens bekam ich dieses Spicy Tomato Juice, mit EIS, und zwar randvoll gefüllt. Ich kriegte echt die Krise. Nun, das mit dem Eis ist wohl American Way of Life, ich trank den Saft, so schnell es ging. Schmecken tat der Saft auf alle Fälle. Aber meine Zähne knirschten ohne Ende, in einer ohnehin extrem gekühlten Kabine.
Später stellte der Purser fest, dass zwei Passagiere, die vor mir saßen, auf Honey Moon Reise waren. Im Laufe weiteres Gesprächs nach dem Abflug, stellte der Herr Purser auch noch fest, dass das Honey Moon Paar United Mitarbeiter waren, die Upgrade von der Firma bekommen. Ab dem Zeitpunkt waren sie nur unter sich. Mal gingen sie in die Küche, setzten dort ihr Gespräch fort. Mal legten sie mit dem Talking los, gleich an ihren Sitplätzen. Und als die anderen Flugbegleiterinnen mitbekam, kamen sie alle auch noch abwechselnd vorbei und sprachen, sprachen. Bei so vielen Gesprächen blieb der Service für andere (echte) Passagiere leider auf der Strecke.
Es fing damit schon an, dass die Stewardess der First Class anfing, Menü auszuteilen. Als sie allen Passagieren das Menü ausgeteilt hat, fiel ihr ein, dass sie für den Morgenflug kein Menü auszuteilen brauchte. Sie ging also noch eine Runde durch und sammelte es wieder ein. Nach einer Weile tauchte der Purser auf, fragte alle Passagiere nach, was sie zum Frühstück haben wollten. Natürlich fragte er das Paar zuerst. Es gab zum Frühstück 3 Main Courses zur Auswahl. So laut wie sie mit einander sprachen, bekam ich (und wohl auch noch andere Passagiere) mit. Immerhin war ich der 6. Passagier, bei dem er vorbeischaute, und sagte, was die Sache war, mit dem Frühstück. „For you, there is only one choice left. You’ve got the … Omelet …“ Keine Auswahl mehr! Wie denn das! Also, wirklich schwach fand ich den Standard dieser Fluggesellschaft in ihrer First Class. Ich möchte nicht daran denken, was die restlichen Passagiere nach mir zum Essen zu erwarten hatten, vielleicht Restessen von der Business. Kapitän und Kopiloten waren ja zuvor auch schon bewirtschaftet worden, denn der Purser war zuerst auf der Brücke.
Hier als eine kleine Beilage: UA nehmen jetzt die Sache sehr erst mit dem tragischen Ereignis im Cockpit. Bevor der Purser in das Cockpit reinging, stellte er sich hinter der Küchenstewardess, die wiederum einen Karren vor sich hinschob und querstellte. Somit war der Gang zum Cockpit komplett gesperrt. Die andere Stewardess stellte sich noch davor und schaute und passte darauf auf, dass alle Passagiere in der First Class wirklich sitzen bleiben. D.h. wer wagte, aufzustehen, wurde ganz dramatisch darauf hingewiesen, dass er oder sie geschwind seinen Platz wieder nehmen sollte.
Das Essen
Vor dem Essen gab es ein heißes Tuch. Das war gut und nötig für so einen frühen Flug.
Frühstück
- 1 (Gezwungener) Auswahl Omlettekuchen gefüllt mit Würziger Käsefüllung
Speck, (Geflügel)Würstchen, und Frische Früchte
Andere Auswahl wäre
- 2 Fruchtsalat mit Cerealien oder
- 3 etwas, was nach Cremesoufflé bzw. Fruits Cake aussah
Begel, Muffin, Hörnchen, Plundergebäck, Butter, Marmelade und Frischkäse
Zugegeben war die Portion wirklich riesig, aber dafür auch extrem fettig, und schmeckte leider fad. Und dass es keine Auswahl mehr gab, störte mich total. Der Cremesoufflé mit Frucht sah leckerer aus. Schade!
Entertainment
Für die Unterhaltung bekam jeder Passagier „Personal Cinema Library“. Das war Video Programm mit 14 top-aktuellen Filmen auf Englisch und z.T. auf Spanisch. Mancher Film kam noch nicht im deutschen Kino. Hier galt: so schnell wie möglich, den Wunschfilm zu verlangen. Denn für jeden Film gab es nur eine Kassette zur Verfügung. Das First Class Video System war alt. Mit etwas Geschick ließ es sich schon gemütlich machen und sehen. Außerdem wurde nach dem Essen der Leinwand herunter gefahren. Da war ich froh, dass ich nicht im Mittesitz in der ersten Reihe saß.
Während dieser Zeit konnte man per Knopfdruck Getränk bestellen. Dass dies ein Fakt war, war eine Sache, aber was dahinter steckte, war etwas anders. Ich war ehrlich gesagt, anders gewohnt. Selbst in der First Class musste man hier warten, und zwar lang. Sicherlich sah ich, dass sie dauernd in der Küche was zu tun hatten. Aber dass sie sich so viel Zeit ließen, musste nicht sein. Wenn irgendeine von ihnen vorbei schaute, dann aber auch nicht gerade mit Begeisterung, geschweige denn mit der Servicebereitschaft. Das einzige Interesse der First Class Crew galt dem Gespräch unter sich, oder unter United Mitarbeiter, und zwar mit dem Honey Moon Paar. Man erzählte sich, wohin sie überall mit UA Mitarbeiter Upgrade gereist waren.
Snacks
Eine Stunde vor der Landung wurde dann der Snack serviert.
Snack
Salatteller
Eine klare Hühner-Sellerie Suppe Begel und Frischkäse
Cookie
Die Suppe schmeckt nicht schlecht. Viel mehr konnte man sich aber nicht darüber freuen. Darin schwammen zwar wirklich Hühnerfleischstückchen. Aber die Suppe war sehr wenig. Davon bekam man gerade den Hunger. Dann kam eine riesige Scheibe warme amerikanische Cookie. Ein Mega Nachtisch, der fett und super süß war, und schließlich satt machte.
Also, von „Exceptional meals“ konnte ich wirklich nicht sprechen. Vielleicht konnte man noch gerade von einer aufgewerteten Mahlzeit sprechen. Für so eine lange Strecke von über 6 Stunden war das Essen wirklich sehr mager. An Getränken habe ich nur Weine bestellt. Aber von einem „Premium wines“ Angebot kann ich auch nicht behaupten.
schlechtes Bild von der UA bekommen
Nach diesem Flug habe ich wirklich sehr schlechtes Bild von der UA bekommen. So seltsam sich das Schicksal anstellte, auf meinem Rückflug flog ich wieder diese Route SFO-JFK. Da war wirklich alles anders, als die UA, die ich noch in der Erinnerung hatte. Diesmal wurde die ganze Kabine nur von einer einzigen Stewardess bedient. Sie beherrschte die Kunst, das Bordpersonal der First Class zu sein, und auszuleben. So schnell wie sie bediente, musste man ihr fast einen Medaillon für Kabinensprint verleihen. Sogar der Kapitän ging einmal durch die First Class Kabine und begrüßte alle Passagiere persönlich. Doch vom Essen und Trinken Angebot her war es gleich (mangelhaft). Auch hier hatte ich wieder gezwungenen Auswahl bekommen. Auch hier habe ich durch das Gespräch mit meiner Nachbarin herausbekommen, dass sie auch UA Purser war, und kannte sogar persönlich die heutige Stewardess. Sie und ihr Mann bekamen Mitarbeiter-Upgrade. So kontrastreich konnte kein Flugerlebnis mehr sein. Aber das deutete leider auf die Unzuverlässigkeit der Fluggesellschaft an.
United First domestic (Kurzstrecke)
Auch bin ich mit der zwei Service Klasse Maschine geflogen. Alles war total unspektakulär. Für inneramerikanische Kurzstrecke (90 Minuten) gab es nur (billige) Knabberzeug, und zwar limitiert je ein Beutelchen für einen Passagier. Zum Trinken gab auch nur begrenztes Getränkangebot.
Die Sitze und deren Bequemlichkeit variierten sehr - betont - sehr stark nach dem Flugzeug. Es reichte von uralt, total unbequem, und eng bis supermodern, sehr bequem, sehr breit. Also, kein zuverlässiger Einheitsstandard. Auch das Unterhaltungssystem variierte danach.
Bei der Landung sollte es noch Priority baggage delivery Service geben. Aber ich habe nie meinen Koffer zuerst ausgeladen gesehen. Manchmal musste ich noch länger als andere Passagiere warten.
Auf einem Flug stellte ich auch durch Gespräch wieder fest, dass meine Nachbarin und zwei Kinder im First Class sitzen konnte, weil Ihr Mann, der vorne saß, auch UA-Mitarbeiter war. Wieder war ein Mitarbeiter-Upgrade anzutreffen, und diesmal die ganzen 4 Plätze in der First Class.
Infos
An dieser Stelle ist noch zu bemerken, dass wirklich auf allen Flügen mit UA die Aussage aus dem Cockpit sehr oft und sehr informative waren. Auch, wenn es mal Verspätung, ob zum Start oder zur Landung, gab, wurde die Umstände sehr explizit erklärt. Ein außergewöhnliches Erlebnis, das ich bisher bei keiner anderen Airline erlebe. Außerdem war es in manchem Fluggerät möglich, die Funksprüche über dem Audioprogramm mitzuhören.