Diskussion:British Airways Economy Class

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Inhaltsverzeichnis

Transatlantik in der Holzklasse

Vorgeschichte

Ende letzten Jahres stand für uns fest, es sollte wieder eine Reise in den Westen Kanadas sein. Die Route (Vancouver - Vancouver) und die Termine (07. - 28. September 2006) standen fest, jetzt ging es noch daran, einen guten und günstigen Camper und vor allem einen preiswerten Flug zu bekommen. Wir wollten zu dritt fliegen und da machen sich 100 € mehr oder weniger doch in der Kasse bemerkbar. Lufthansa bzw. Air Canada kam aus diesem Grund einfach nicht in Frage, KLM (mit der wir schon einmal geflogen sind) bot seltsamerweise überhaupt keine günstigen Flüg an und mit einer amerikanischen Airline wollten wir wegen dem Umsteigeprozedere an den Flughäfen schon gar nicht fliegen. Also blieb als logische Konsequenz nur noch British Airways (BA), die als Zugabe sogar von Hamburg fliegen. Eine Alternative für uns Hannoveraner ohne den langen Weg nach Frankfurt in Kauf zu nehmen.

Buchung

Im Internet unter britishairways.de fand ich dann auch passende Flüge für uns. Der Preis fast unschlagbare 697 € inkl. aller Nebenkosten. Als ich dann buchen wollte, die Überraschung: eine Buchung ist nur mit einer Kreditkarte möglich! Auf Rechung bekommt man bei BA keine Tickets übers Internet. Ein Anruf bei BA ergab, daß man diese Tickets auch telefonisch ordern könne, darauf käme aber pro Ticket noch eine telefonische Bearbeitungsgebühr von ca. 30 €. Also nix mehr mit wahnsinnig günstig, da zu diesem Zeitpunkt keiner von uns im Besitz einer gültigen Kreditkarte war.

Ich habe dann ein wenig weitergeforscht und dann über einen anderen Anbieter den für uns passenden Flug gefunden: 3 mal Vancouver und zurück im September mit BA für 702 € pro Person. Ich war zufrieden.

Vor dem Abflug

Der Flug sollte vormittags von Hamburg nach London - Heathrow, nachmittags von London nach Vancouver gehen. Aufenthalt auf dem Hinweg in London ca. fünf Stunden. Das hörte sich recht krass an, aber wir dachten, daß es schon irgendwie gehen wird. Die Sitzplatzreservierung konnte ich über eine von BA mitgeteilte Buchungsnummer im Internet schon recht früh tätigen. Somit konnte ich sicherstellen, dass wir drei zusammenhängende Sitzplätze hatten. Die Handhabung war sehr einfach: Buchungsnr. eingeben und über eine Sitzplatzanzeige die gewünschten Plätze auswählen, für alle Reisenden bestätigen, fertig. BA gibt zwar keine Garantie, dass die gewünschten Plätze auch wirklich am Ende zu bekommen sind, bei uns hat alles auf beiden Flügen geklappt.

Mitte August wurde in London in letzter Sekunde ein Anschlag auf einen Flug von London in die USA vereitelt. Als Konsequenz daraus gab es Beschränkungen bei der Mitnahme von Handgepäck bei Flügen nach Nordamerika. BA informierte gut und ausführlich auf ihren Seiten über die Beschränkungen, auch über die veränderten Handgepäckmasse. Leider alles nur auf der englischen Seite. Bei Aufruf von ba.de, wurde man auf die englischsprachige Seite weitergeleitet. Gerade bei so relevanten Sachen wie die Grösse des Handgepäcks und welche Sachen dort herein dürfen, hätte ich mir zumindest eine kurze deutsche Erläuterung gewünscht.

Am 7. September ging unsere Reise also in Hamburg los. Das Einchecken ging trotz (oder gerade?) papierlosem Ticket sehr schnell. Als dann aber der Schalterangestellte uns dringend riet, unsere Laptoptasche samt Laptop doch wegen der 2 cm zu grossen Laptoptasche lieber ins Gepäck zu geben ("...die haben in London Schablonen, und wenn Ihr Handgepäck da nicht reinpasst, müssen Sie es da lassen...") war grosses Umpacken der Koffer und Taschen angesagt. Wir hatten das Glück, dass zu diesem Zeitpunkt noch eine Gepäckbegrenzung von zwei Gepäckstücken á 32 kg pro Person galt (seit Oktober auf zwei Gepäckstücke á 23 kg geändert). So war das Umpacken also kein grosses Problem.

Der Rest ging schnell und einfach, auf mein Nachfragen und zum einfacheren Einreisen nach Kanada haben wir dann auch noch die Bestätigung für die Rückflüge bekommen.

Flug Hamburg - London, Heathrow

Das Boarden in die A320 ging schnell und problemlos, unsere Sitzplätze waren dort wo sie sein sollten und auch die Gurtverlängerung habe ich nach Einziehen meines Bauches nicht gebraucht ;-). Die Maschine machte einen gepflegten Eindruck, wenn auch die Ledersitze etwas abgenutzt schienen.

Der Flug war sehr holperig, da wir bei sehr schlechtem Wetter in Hamburg losgeflogen sind. Ich muss ehrlich sagen, mir wurde bei dem ein oder anderen Luftloch doch recht flau im Magen. Der Service umfasste ein heisses und bei Bedarf auch ein kaltes Getränk, sowie eine Snackbox, die in meinem Fall ein eiskaltes Eisandwich enthielt. Wir sind pünklich gestartet und pünklich gelandet (mit einer Ehrenrunde über den Londoner Flughafen, weil wohl kein Finger für uns frei war). Ich habe mich auf diesem Flug, trotz Luftlöcher, recht sicher gefühlt.

Was mich auf diesem Flug jedoch am meissten gestört hat, war die Tatsache, daß nicht einer der drei Flugbegleiter Deutsch gesprochen hat. Die Sicherheitsansagen wurden alle nur in Englisch durchgegeben, und auch die Durchsagen der Kabinencrew kamen nur in Englisch. Auf dem Flug von London nach Vancouver hatte ich das erwartet, aber ich finde auf den Flügen von Deutschland nach London könnte sich die BA ruhig ein wenig mehr Mühe geben. Da ist in meinen Augen die Lufthansa und auch KLM wirklich ein Vorbild, wo selbst bei dem Flug in die entlegenste Ecke immer einer der Flugbegleiter an Bord die Landessprache spricht.

Ansonsten war das Personal an Bord höflich und zuvorkommend. Ich wurde sogar darauf hingewiesen, daß eine Reihe vor uns noch ein Fensterplatz frei wäre und ich mich doch gerne dort hinsetzen könne.

Aufenthalt London- Heathrow

Eine einzige Katasprophe. Da dies ja eigentlich ein Bericht über BA ist, dürfte ich mich über die Flughafengesellschaft BAA eigentlich nicht auslassen. Da aber BA der "Hauptkunde" von Heathrow ist, kann die BA dort sicher einiges steuern. Das tut sie aber nicht. Nach dem Aussteigen sind wir immer den Schilder "Flight Connection" gefolgt. Die haben uns auch zielsicher zu einem Bus geführt, der von Terminal 1 zum Terminal 4, dem BA - interkontinental Teminal fuhr. Nach Ankunft in Terminal 4 mussten wir ca. 20 min in einer langen Schlange für eine zusätzliche Sicherheitskontrolle stehen. Das machte uns nicht viel aus, denn schließlich hatten wir ja gaaanz lange Zeit. Nachdem wir sogar unsere Schuhe ausziehen mussten und trotzdem die Anlage nicht die Metallteile in meinem Körper gefunden hat (ganz im Gegensatz zu Hamburg!) waren wir endlich durch. Wir suchten uns dann im riesigen Terminal 4 einen strategisch günstigen Platz, da leider die Gates in Heathrow erst ca. eine Std. vor Abflug bekannt gegeben werden. Dummerweise kann es dann schon mal 20 - 30 min. dauern, bis man im Eilschritt sein Gate erreicht. Über den Aufenthalt in Terminal 4 kann ich eigentlich gar nichts so Schlimmes sagen. Wir hatten einen prima Platz mit Blick aufs Rollfeld, es sind genügend Sitzmöglichkeiten da, und der Hunger und/oder Durst kann auch überall recht schnell gestillt werden. Für Menschen mit viel zu viel Geld gibt es sehr, sehr viele Gelegenheiten das loszuwerden. Für uns war es einfach nur interessant, was eine hässliche Damenhandtasche so kosten kann :-) IUnterhaltsam ist vielleicht noch, daß sich natürlich niemand auch nur im Ansatz für die Grösse unserer Laptoptasche interessiert hat!

Was ich bei der Planung wirklich unterschätzt habe (und was letztendlich auch der Grund ist, nicht wieder mit BA zu fliegen) ist die Länge von fünf Stunden Wartezeit. Durch den Aufbruch am frühen Morgen von Zuhause und die lange Wartezeit bis ca. 17:45 Uhr in London, waren wir, als wir dann endlich zum Transatlantikflug einsteigen konnten, schon ziemlich runter mit den Nerven.

Flug London - Vancouver

Wie gesagt, wir waren schon beim Warten auf das Boarden recht angenervt, aber immer noch hielt uns die Vorfreude auf den kommenden Urlaub davon ab, richtig nörgelig zu werden. Geboardet werden sollte um 17:15, aber um 17:45 Uhr standen wir immer noch in der Boardingzone VOR dem Flugzeug. Selbstverständlich gab es dort auch nicht genügend Sitzgelegenheiten für die Passagiere einer kompletten Boeing 747 die warteten. Um kurz nach sechs tat sich dann endlich was und wir konnten das Flugzeug und unsere Plätze entern.

Die Sitze waren in einem netten blau gehalten, mit pinken und dunkelblauen "Kopfschoner". Der Sitzabstand zum Vordermann war für mich ausreichend, allerdings störte mich die Fußstütze, die BA als als besonders entlastend preist. Mir war sie die ganzen neun Stunden nur im Weg, weil ich im ausgefahrenen Zustand immer eine zu enge Anwinkelung der Beine hatte. Und hochgeklappt drückte sie gegen die Schienenbeine... Jeder Sitz hatte zusätzlich noch einen eigenen LCD- Monitor, der sich noch individuell verstellen ließ. Die Programme konnten per Touchscreen am Gerät oder per Taste in der Armlehne gewählt werden.

Bei der Sitzbreite hätte BA ruhig etwas grosszügiger sein können, aber das habe ich noch nie anders in der Economy erlebt. Immerhin konnten wir drei nebeneinander sitzen und mussten so niemanden Fremdes stören, wenn einer von uns aufstehen wollte. Die Sitzverteilung in der Economy-Klasse war 3-4-3, und als wir die 4er- Reihen gesehen haben, waren wir mit unseren Plätzen ganz zufrieden.

Gleich nach dem Start gab es Getränke (u.a. Wein für´s Essen) und danach das Abendessen. Zur Auswahl standen Huhn und Lachs. Mein Freund war von seinem Lachs schlichtweg begeistert. Er sagte, er hätte selten so leckeren Lachs zu essen bekommen. Natürlich gab es keine grossen Mengen, aber durch allerhand kleine Zugaben wie ein extra Brötchen, Dessert und ein Stück Kuchen sind wir alle satt geworden. Wir anderen beiden hatten das Huhn und waren davon nicht so begeistert. Irgendwie war es noch roh von innen und gerade bei Geflügel bin ich dann immer so ein wenig zimperlich... Nichtsdestotrotz sind wir durch die übrigen Leckereien sehr satt geworden. Der Getränkewagen ging noch zweimal durch, danach konnte man sich die Getränke in der Küche holen.

Kurz nach dem Start startete auch das Boardprogramm. Es gab 14 Kanäle mit Filmen, Serien und Dokumentationen, natürlich alles nur in Englisch, wie auch nicht anders zu erwarten war. Das Programm war sehr gemischt und unterhaltsam, eigentlich für jeden Geschmack was dabei. Nur für mich irgendwie nicht.... ich konnte mich einfach nicht auf einen Film konzentrieren. Nach vier Stunden versuchte ich das erste Mal ernsthaft eine Mütze Schlaf zu bekommen, leider ließ der jugendliche Burschi vor mir das nicht zu. Jedesmal wenn ich am einnicken war, rumpelte er mit seinen Füßen oder seinem Sitz, so daß ich wieder hochschreckte. Ich saß zudem am Gang und einige Menschen können sich wohl im Flugzeug nur rudernd (immer von Sitzlehne zu Sitzlehne ziehend) vorwärts bewegen. Ich wurde immer genervter! Als meine Mitreisenden dann endlich in Morpheus Arme fielen, bin ich aufgestanden und ganz ans Ende der Maschine gewandert. Dort gab es einen Notplatz direkt am Ausgang und ich konnte dort die Beine strecken und mir wenigstens die wunderschöne grönländische Landschaft anschauen.

Mit einer halbstündigen Verspätung landeten wir endlich bei schönstem Sonnenuntergang in Vancouver. Die Koffer waren auch alle da, also konnte unser Urlaub beginnen.

Flug Vancouver - London

Nach dem Erlebnis auf dem Hinflug war ich sehr gespannt auf den Rückflug. Dieser sollte ein Nachtflug werden, da der Abflug erst für 20:00 Uhr geplant war. Es wurde dann auch wieder eine halbe Stunde später, bevor wir ins Flugzeug durften. Wieder erhielten wir unsere vorreservierten Plätze in der ausgebuchten 747, wieder war die Crew nett und hilfsbereit. Doch dieser Flug war besser: gleich nach dem gereichten Abendessen (wieder Huhn und alternativ Lasagne), das sehr gut war, bat die Crew darum, sämtliche Fenster zu verdunkeln, da man auf das Schlafbedürfnis der meisten Passagiere Rücksicht nehmen wollte. Ich war begeistert! Ein schlafendes Flugzeug würde vielleicht auch mich zum schlafen verleiten. Und so kam es dann auch: ich konnte ca. vier Stunden durchschlafen und war pünklich kurz vor dem Frühstück wieder wach. Dann waren die restl. zwei Stunden auch nur noch ein Klacks. Fast erholt und erleichtert stiegen wir in London aus der Maschine aus, dankten nochmal ehrlich dem netten Personal für die gute Betreuung und hofften, dass es so weitergehen würde, zumal wir ja in nur fast vier Stunden wieder in Hamburg sein wollten.

Aufenthalt London - Heathrow 2. Teil

Wir hatten für das Umsteigen in Heathrow zwei Stunden Zeit, doch leider verbrachten wir diese zwei Stunden VOR der Zusatzsecurity in Terminal 4. Wir errinnern uns: drei Wochen vorher waren es nur 20 Minuten, jetzt waren es zwei (!!!) Stunden. Der Betreiber BAA hat es in den drei Wochen unserer Abwesenheit nicht geschafft, die Kontrollen zu verbessern, nein, sie haben sie verschlechtert! Von insgesamt sechs Sicherheitsschleusen waren nur drei besetzt. Auf Nachfrage bei einem mit einer MG bewaffneten Polizisten warum denn drei Schleusen unbesetzt sein kam die lapidare Antwort:"you know, it´s Lunch-time!"

Als dann unser Flug aufgerufen wurde und wir immer noch ca. 30 Leute in der Schlange vor uns waren, hat mein Freund das bereitstehende Personal von BA angesprochen. Auf seine Frage, ob denn das Flugzeug warten würde, gab man ihm nur die Antwort, das würde er direkt am Gate erfahren. Wir waren auf 180, zudem es an diesem Tag keinen weiteren Flug mehr von Heathrow nach Hamburg geben sollte. Ein einfacher Griff zum Funkgerät hätte uns in diesem Fall eine Menge Nerven gespart.

Nachdem wir durch die Sicherheitskontrolle durch waren, sind wir im Schweinsgallopp Richtung Gate gerannt. Doch kurz vor unserem Gate die nächste Überraschung: wieder eine Sicherheitskontrolle mit allem Drum und Dran, und das, wo wir doch gerade durch eine Kontrolle durch waren. Jetzt lagen die Nerven endültig blank, zumal wir seit der Kontrolle in Vancouver keine Gelegenheit gehabt hätten an Messer, Waffen oder Glasflaschen zu kommen. Und wieder wurde das Metall in meinem Körper nicht gefunden! Für mich war das ein klarer Beweis dafür, dass diese Sicherheitskontrollen nur der Abschreckung dienen.

Flug London - Hamburg

Zuguterletzt haben wir es dann doch noch als Vorletzte ins Flugzeug geschafft, weil der Kapitän netterweise gewartet hat. Die letzten Reisenden sind ca. eine Stunde nach der eigentlichen Startzeit an Bord gewesen und wir konnten dann glücklicherweise auch gleich Starten. Wie es der Kapitän gemacht hat weiss ich nicht, aber wir sind nur mit einer kleinen Verspätung in Hamburg angekommen, wo dann auch sogar unser Gepäck in ausreichender Menge und unbeschadet wieder auftauchte. Auch auf diesem Flug war das Personal sehr nett und hilfsbereit.

Fazit

Mit der Leistung der Flüge sind wir zufrieden. Wir haben für unser Geld genau das bekommen, was wir wollten: einen sicheren und halbwegs angenehmen Flug bei einer der rennomiertesten Fluggesellschaften der Welt. Der Grund warum wir nicht mehr mit BA fliegen würden, liegt an dem Moloch London - Heathrow. Die Umsteigezeit auf dem Hinflug von fünf Stunden ist einfach zu lang und die Unflexibilität der Flughafengesellschaft BAA hat uns zu viele Nerven gekosten. Sicher, da kann die British Airways nichts für, kann aber als Hauptkunde der BAA doch bestimmt einigen Druck auf die Flughafengesellschaft ausüben. Da es bei den Transatlantikflügen der British Airways keine Möglichkeit gibt, nicht über London zu fliegen (London ist der sog. "Hub" von BA), wird BA leider in Zukunft auf uns als Gäste verzichten müssen. Wir werden wohl doch lieber wieder 100 - 150 € pro Person mehr zahlen und von Frankfurt mit Lufthansa oder Air Canada fliegen.

British Airways Bewertung - Na Ja

Der erste Eindruck ist immer der Entscheidende, um sich ein (Vor-)urteil zu bilden, so heißt es doch so schön. Nun, so ganz unrecht hat diese Weisheit doch nicht, wie sich bei unserem Start in den Urlaub nach Jamaika herausstellen sollte.

Da wir unseren Urlaub ab London mit der Air Jamaica gebucht hatten, benötigten wir natürlich einen Anschlussflug von München nach London, am besten Heathrow, den von dort aus sollte unser Flieger weitergehen. Da gibt es nicht viele Alternativen, entweder Lufthansa oder British Airways, entschieden wir uns für letztgenannte und ließen unseren Veranstalter gleich diese Flüge zum Preis von 110 Euro pro Person dazubuchen. Was sowohl unser Glück als auch Unglück war.

Warum eigentlich BA und nicht LH? Nun, dass hatte einfach nur preisliche Gründe, da der Veranstalter den Anschlussflug mit BA zum Sonderpreis anbot. British Airways ist schließlich genau so renommiert wie die Lufthansa. Gleichzeitig sollte es unsere Premiere mit dieser Airline sein.

Der Abend Check-Inn

Da wir einen relaxten Urlaubsbeginn haben wollten, entschieden wir uns dafür, den Vorabend unseres Fluges auf dem Münchner Flughafen und genaugenommen im Kempinski Airport München zu verbringen. (nebenbei – das kann ich nur empfehlen) Ein weiterer Vorteil dessen war, dass man das Late Night Check-In von British Airways nutzen kann, welches die Airline in München anbietet. Dieser wird im Terminal 1, Modul „B“ an den Schaltern 123-127 in der Zeit von 19.00Uhr bis 21.00Uhr angeboten und betrifft alle Flüge, die am nächsten Tag vor 12.00Uhr mittags starten.

Also schnappten wir unser Gepäck und machten uns auf dem Weg, um einzuchecken. Im Terminal angekommen, waren wir angenehm überrascht – keine Menschenmengen. Wir konnten sofort an den Schalter herantreten. Der Angestellte von British Airways selbst war sehr freundlich und führte den Eincheck-Vorgang routiniert durch.

Da wir aber ab London einen Anschlussflug hatten, fragten wir natürlich gleich, ob unser Gepäck gleich durchgeroutet werden könnte, damit wir uns in LHR nicht um dieses kümmern müssten. Leider erhielten wir die Auskunft, dass British Airways vor kurzem eine Direktive erlassen hatte, die das Durchchecken zu fremden Airlines verbot. Früher war dies aber ohne Probleme möglich. Da aber kein Betrieb war, ging der Angestellte aber extra noch mal zum Stationsleiter der BA, um den Fall nochmals persönlich abzuklären, nur um leider mit der Auskunft wiederzukommen, dass es definitiv nicht mehr möglich wäre. Auch war es leider nicht möglich, wenigstens zu vermerken, dass wir ab Heathrow Anschlussflüge mit einer anderen Airline hatten.

Nun gut, damit mussten wir leben. Auf Grund der zügigen und freundlichen Abfertigung gingen wir zurück zum Hotel und machten uns noch einen vergnüglichen Abend.

Der Morgen Check-Inn

Unser Flieger sollte am nächsten Tag um 07.40Uhr gehen. Da wir ja schon eingecheckt hatten, ließen wir uns am Morgen reichlich Zeit, um dann gegen 06.30Uhr zur Kontrolle zu gehen. Die Stimmung war weiterhin gut - schließlich waren wir auf dem Weg in die Karibik – bis unser Blick auf die Anzeigetafel der Sicherheitskontrolle fiel. British Airways 07.40Uhr nach London Heathrow – cancelled. Wegen eines Sturmes in London. In dem Moment standen wir da wie die sprichwörtlichen nassen Pudel. Da konnte doch wohl nicht wahr sein, war unser erster Gedanke, ehe wir uns zum Schalter der BA machten, wo sich eine kleine Schlange gebildet hatte. Glücklicherweise war Samstag, sonst wäre das Chaos sicherlich größer gewesen.

Die Leute vor uns hatten alle das gleiche Problem. Sie wollten mit der BA nach Heathrow. Anstandslos wurden alle auf die Lufthansa-Maschine nach Heathrow umgebucht und wir fingen an, uns langsam wieder zu entspannen. Dann waren wir an der Reihe und uns wurde nicht gerade sehr freundlich eröffnet, dass wir mit der British-Airways Maschine nach Gatwick fliegen müssten. Auf unsere Frage, warum wir nicht mit der LH fliegen könnten, wurde uns ziemlich barsch mitgeteilt, dass da nur noch ein Platz frei wäre. Wir versuchten der Dame klarzumachen, dass wir ab Heathrow Anschlussflüge hatten, was sie nur zu der lapidaren Bemerkung brachte, in unserer Buchung wäre das aber nicht vermerkt – ja wie auch, wenn die BA sich weigert, dies aufzunehmen. Sie machte uns aber den Vorschlag, einer von uns könne ja den Heathrow-Flieger nehmen, dann müsste ja nur der andere von Gatwick nach Heathrow kommen. Diesen lehnten iwr aber „dankbar“ ab – schließlich kannten wir den Airport nicht und meine Frau spricht kaum Englisch. Wer weiß, ob wir uns dort wieder gefunden hätten.

Auf unsere Frage, wie man den von Gatwick nach Heathrow komme, meinte sie, dass wir den Shuttle-Bus nehmen müssten, der ca. eine Stunde braucht. Natürlich wollten wir auch wissen, wer für die Kosten aufkommt und endlich bequemte sie sich, uns mitzuteilen, dass wir an der Gepäckausgabe in Gatwick Bustickets überreicht bekommen. Zumindest versuchte sie uns dahingehend zu beruhigen, dass wir wohl unseren Anschlussflug pünktlich erreichen würden.

Inzwischen hatte sich weiteres Personal um unser Gepäck gekümmert, was wir nun wieder in unseren Händen hielten und wir machten uns auf den Weg zum Check-Inn Nummer 2. Dort wurden in unserer Buchung nochmals die Bustickets vermerkt und wir erhielten unsere Bordkarten. Dann mussten wir uns auch schon sputen, schließlich ging der Gatwick-Flieger schon 07.20Uhr.

Der Hinflug

fand mit einer Boeing 737 statt und verlief im Großen und Ganzen unspektakulär. Die Maschine rollte pünktlich zum Start und machte sich auf den Weg zu ihrem ca. 1,5h langen Flug. Das Flugzeug war zwar schon etwas älter, machte aber immer noch einen gepflegten und sauberen Eindruck. Von der Sicherheit her habe ich bei British Airways eh keine Bedenken, dafür hat die Airline einen viel zu guten Ruf zu verlieren.

Die Sitze waren sicher etwas eng und in der Beinfreiheit beschränkt (und das bei meinen 1,75m), aber dass ist in der Holzstuhlklasse ja die Normalität und bei Kurz- und Mittelstreckenflügen spart man noch gerne immer noch ein paar Zentimeter. Wichtiger als der Abstand zum Vordermann ist aber in meinen Augen die Breite des Sitzes und auch da gab es nichts zu meckern. Auf jeden Fall konnte man es die anderthalb Stunden ohne große Verrenkungen und Schmerzen aushalten.

Kurz nach dem Start begann der Bordservice, der im Allgemeinen auf den Kurz- und Mittelstrecken bescheiden ausfällt. Da unterscheidet sich British Airways weder von der Lufthansa, noch von US Airways, Delta oder auch Northwest, wo ich auch schon diverse Erfahrungen sammeln durfte. Uns wurde eine Sandwich-Box präsentiert, in der sich neben besagten Sandwich (mit Ei belegt) noch eine kleine Schale Früchte, eine Semmel, ein Jogurt und ein Stück Kuchen befanden. Viele werden jetzt den „Aha“-Effekt haben und sagen, dass gab es bei meinem letzten Flug auch, denn diese Menues unterscheiden sich nur im Detail. Geschmacklich war es kein Gaumenkitzel, aber da wir im Flughafen keine Zeit zum Frühstück hatten, trieb es der Hunger hinein. Zum Frühstück wurden ein Softgetränk und Kaffee oder Tee gereicht.

Kaum waren wir mit dem Frühstück fertig und einigermaßen satt, wurden die Überreste selbigen auch schon wieder entfernt und noch ein Getränk spendiert und dann hieß es schon „Fertigmachen – wir landen“ – im berühmten englischen Regen.

Transfer von Gatwick nach Heathrow

Und dann standen wir am Gepäckband und schauten…… und schauten…… und schauten. Und tatsächlich passierte das, was ich erwartet hatte. Niemand kam und brachte uns unsere Tickets. Also schnappten wir uns unser Gepäck, verließen die Ankunftshalle und machten uns auf die Suche nach einem British-Airways-Schalter, den wir auch sofort fanden. Auf meine Frage, ob man Deutsch sprechen würde, bekam ich eine negative Antwort, wie es überhaupt problematisch erschien, irgendjemanden auf dem gesamten Flughafen zu finden, der dieser Sprache mächtig war. Also begann ich, den Damen den ganzen Sachverhalt in Englisch darzulegen. Derweilen sammelten sich weitere Reisende um mich, wohl froh, jemanden gewunden zu haben, der sich verständlich machen konnte.

Nach einigen Telefonaten und noch längerem Disput kam dann zumindest heraus, daß wir uns in die Abflughalle begeben sollten, wo die große Zentralauskunft von British Airways ist und dort gäbe es dann die heiß ersehnten Karten. Also begaben wir uns mit unserem mittlerweile größerem Tross auf die Suche nach besagter Information, die wir schließlich auch fanden. Dort durften wir unsere Geschichte von neuem erzählen und hielten die Bustickets plötzlich und unerwartet in den Händen. Nun hieß es bloß noch den Bus finden, was sich aber ausnahmsweise als unproblematisch erwies. Da die Busse alle 15 min fahren, mussten wir auch nicht allzu lang warten, ehe unser Transfer abgewickelt wurde. Schließlich und letztendlich erreichten wir Heathrow 1,5h bevor unser Flieger Richtung MoBay starten sollte.

Der Rückflug

Irgendwann ist der schönste Urlaub zu Ende und man muß irgendwie nach Hause. Das hieß für uns, wieder von London Heathrow nach München zurück. Früh um 10.00Uhr kamen wir in London an und unser Anschlussflug nach München sollte erst um 21.00Uhr gehen. So hatten wir die Idee, zu fragen, ob wir nicht auf einen früheren Flug umbuchen konnten, obwohl das unser Ticket eigentlich ausschloss. Also Gesagt, getan und den nächsten Ticketschalter gesucht. Deutsch war natürlich wieder nicht zu erwarten, aber ansonsten war das Schalterpersonal sehr nett. Obwohl sie sofort erkannte, dass unser Ticket normalerweise nicht umbuchbar war, versuchte sie uns doch auf einem früheren Flieger unterzubringen, was sich dann leider als nicht ausführbar erwies, da alle Maschinen ausgebucht waren. Schade eigentlich, aber somit verlebten wir noch einen schönen Tag in London.

Der Rückflug erfolgte genauso unproblematisch wie der Hinflug, nur fand dieser Flug in einem moderneren A319 statt. Dieser hatte schon Monitore an Bord, so dass man mit Hilfe einer Air-Show jederzeit feststellen konnte, wo man sich gerade befand, wie lange es noch zum Ziel ist etc. Sicherlich eine Spielerei, aber ich liebe diese Informationen.

Aber wieder waren es Details, die mich störten. So gab es wieder diese berüchtigten Lunch-Boxen. Nur diesmal konnte man wählen – „entweder man isst sie oder man ist sie nicht“ – Frischkäse oder Hühnchenbrust. Leider war nicht genügend Huhn vorrätig, so dass dieses nur noch einmal vorhanden war, als der Steward zu unserer Reihe kam. Nun kenne ich es so, dass man eigentlich zuerst die Frau (in dem Fall meine) fragt, was sie möchte. Aber wahrscheinlich war der Steward so irritiert oder beeindruckt von dem Geschäftsmann neben uns, so dass er ihm das Huhn anbot, um uns dann kommentarlos diesen Käse aufs Tablett zu knallen. Nachdem wir den Toast probiert hatten, blieb der Rest der Box unberührt liegen. Aber was sollte es, wir hatten in Heathrow schon etwas gegesssen und der Flug war kurz und wieder superpünktlich.