Diskussion:Air China Business Class
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Nicht nochmal
Bisher bin ich in der Business Class von Air China die Strecken Frankfurt-Peking und Frankfurt-Shanghai (jeweils mit Rueckflug) geflogen. Von den insgesamt 4 Einzelfluegen sind 3 mit teils erheblicher Verspaetung gestartet. Den Vogel abgeschossen hat dabei der erste Hinflug. Als ich in Frankfurt ankam und den Blick auf die Anzeigetafel richtete, konnte ich es kaum glauben: 5 Stunden Verspaetung wegen technischer Probleme! Das fuehrte dazu, dass der Flug erst nach Mitternacht startete. Um 22.00 Uhr schloss die LH Business Lounge, die restliche Zeit gammelte ich dann in der Wartezone am Gate herum. Immerhin stellte Air China dort Sandwiches zweifelhafter Qualitaet und alkoholfreie Getraenke fuer die wartenden Passagiere zur Verfuegung.
Verspätungen
Die beiden uebrigen Verspaetungen betrugen einmal eine und einmal 2,5 Stunden (was dazu fuehrte, dass ich meinen Anschlussflug verpasste). In diesen beiden Faellen sind mir die Gruende nicht bekannt, so dass es moeglicherweise nicht an Air China gelegen hat. Letzteres ist aber sehr unwahrscheinlich, denn mit LH hatte ich auf diesen Strecken noch nie eine Verspaetung.
An Bord
Im Gegensatz zur Lufthansa ist die Business Class bei Air China im Oberdeck der Boeing 747 untergebracht. Die Athmosphaere dort wirkt wie in den 70er Jahren: irgendwie altbackener Teppich-Pluesch in unmoeglichen Farben. Die Staufaecher sind zu klein fuer das uebliche Pilotenkoffer-Format (das ist uebrigens bei LH in der First Class auch manchmal so, scheint also eine Eigenart des Oberdecks eines bestimmten Jumbo-Typs zu sein). Die Sitze sind relativ unbequem, haben fuer den durchschnittlichen Mitteleuropaer zu kurze Lehnen und bieten nicht so viele Verstellmoeglichkeiten wie selbst ein Sitz der alten LH-Business Class. Die Getraenkeauswahl ist bescheiden und das Essen nicht besonders gut; vor allem wird es wirklich lieblos und ohne Stil serviert. Von einem Tischtuch wie bei LH keine Spur, zudem erfolgt die Gangfolge schneller als man essen kann. Kaum sind die Anschnallzeichen erloschen, schon bekommt man die Vorspeise hingeknallt, kaum ist man damit zur Haelfte fertig, wird einem der Teller entrissen und die Hauptspeise vorgesetzt. Alles schnell, schnell, damit die Stewardessen bald mit der Fuetterung der Raubtiere fertig sind und ihre Ruhe haben. Die Auswahl an deutsch- oder englischsprachigem Lesestoff ist bescheiden.
Die Kroenung war aber ein Erlebnis waehrend des dritten Air China Flugs. Einige Reihen hinter mir tropfte es kurz nach dem Start massiv von der Kabinendecke, so dass 2 Passagiere eine unfreiwillige Dusche erhielten. Die hilflose Stewardess versuchte, eine Art Cellophanfolie ueber den beiden auszubreiten, die sie vermutlich von irgendeinem Catering-Behaelter abgerissen hatte. Auf Reiseflughoehe hoerte das Geriesel allmaehlich auf; das Ganze wiederholte sich dann aber nochmals beim Landeanflug. Vermutlich handelte es sich um Kondenswasser von irgendwoher, das auf Reiseflughoehe gefror, vorher und nachher aber fluessig wurde. Auch wenn das vielleicht kein eigentliches Sicherheitsrisiko darstellt, so ist es doch hoechst unangenehm.
Der Business Class Flug Frankfurt-Peking und zurueck kostet bei Air China 2.200 Euro, im Gegensatz zu 3.100 Euro bei LH. Mit Hinweis auf die haeufigen Verspaetungen habe ich bei meiner Firma durchgesetzt, dass ich nicht mehr mit Air China fliegen muss. In diesem Fall sind die 900 Euro Mehrkosten wirklich gut angelegtes Geld. Als Privatmann wuerde ich das wohl anders sehen, andereseits aber ueberhaupt nicht Business Class fliegen.
Ein Kollege erzaelte mir neulich, Air China haette jetzt auch modernisierte Jumbos mit neuem Gestuehl in der Business Class, an denen es nichts auszusetzen gaebe. Mag sein, aber die Alten fliegen sicher auch immer noch, und das Risiko gehe ich nicht mehr ein, wenn es nicht unbedingt sein muss!
Nicht der Hit
Am 9. Juni durfte ich an Bord einer Boing 747-400 (B-2447) die Gastfreundschaft von Air China auf dem Weg von Frankfurt nach Beijing (Flug CA932) genießen. Mein Sitzplatz befand sich auf dem unteren Deck gleich hinter der Nase (Reihe 1, Platz A). Insgesamt machte der Innenraum des Flugzeuges einen sehr guten, neuen Eindruck. Für eine Business-Class waren die Sitze recht bequem und ließen sich fast vollständig bis in die Horizontale stellen. Da es sich um einen "Nachtflug" handelte (ab Frankfurt 20:15) wurde neben einem Abendessen ein Frühstück gereicht. Zum Abendessen wurden verschiedene Gerichte nach Auswahl von der Karte gereicht. Zur Auswahl stand sowohl "westliche" als auch chinesische Kost. Ein ähnliches Bild beim Frühstück: Nach Wahl Nudeln oder Brötchen. Der Service an Bord war wesentlich freundlicher, als ich es nach den im Internet veröffentlichten Testberichten erwartet hatte. Die Stewardessen sprachen durchweg gut und verständlich Englisch. Zu meiner Überraschung gab es sogar deutsches Personal. Daher gab es auch alle Ansagen auf Chinesisch, Englisch und Deutsch. Das Bord-Entertainment-Program vor vielfältig: Zahlreiche chinesische und internationale Musikprogramme sowie Spielfilme in Chinesisch und Englisch. Trotz leichter Verspätung ein insgesamt angenehmer und entspannender Flug.
Der Rückflug fand am 17.Juni von Shanghai mit einer B-747 Combi (Flug CA935) statt. Das erste Problem ergab sich beim Check-Inn. Den gab es nur für die Economy. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass die Business-Class zentral an einem anderen Counter durch China Eastern betreut wird. Obwohl ich glaube, gut Englisch zu sprechen, fiel die Verständigung mit der Dame am Schalter schwer, da ich ihres Dialektes des Englischen nicht mächtig war. Schließlich bekam ich einen Sitzplatz auf dem oberen Deck direkt am Notausgang. Der Service an Board war wie bereits auf dem Hinflug nett, freundlich und hilfsbereit. Auch hier gab es eine deutsche Stewardess, die in Punkto Freundlichkeit die schon freundlichen Chinesinnen noch übertraf. Der Zustand der kombinierten Passagier- und Frachtmaschine (B-2467) lag deutlich hinter dem Modell auf dem Hinweg. Zwar waren die Sitze nicht unbequem, meiner zeigte jedoch Zerfallserscheinungen und ließ sich in seine Bestandteile zerlegen. Die Stewardess teilte mir allerdings mit, dass dieses bereits die neue Bestuhlung sei. Es gäbe wohl noch ältere, aber die sein dann wirklich eine Zumutung. Auch die Waschräume hätten mal wieder eine Renovierung vertragen, waren allerdings bis auf die Ecken des Fußbodens sehr sauber. Als kleine Kuriosität am Rande: Zum Abendessen standen als chinesisches Gericht Huhn und als "westliches" japanischer Tofu zur Wahl - er schmeckte trotzdem gut